06.05.19

Hi, ich heiße Ahmad

In unser Reihe "Hi, ich heiße ..." stellen wir echte Menschen aus Cottbus und Umgebung vor, die uns ihre Geschichte erzählen.

Ahmad, 31 Jahre, Rechtsanwalt aus Syrien, verheiratet, ein Sohn wünscht sich ein "sicheres und friedliches Leben" mit beruflicher Verwirklichung, gesellschaftlicher Teilhabe und "möchte anderen helfen".

Warum bist du aus Syrien geflüchtet?
Als der Krieg begann, dachte ich noch nicht daran, meine Heimat zu verlassen. Dann habe ich immer mehr Leute verteidigt, die gegen die Regierung demonstrierten. Ich erlebte wie ungerecht mit den Systemkritikern umgegangen wurde. Als meine Familie und ich vom Geheimdienst und Unterstützern der Regierung bedroht wurden, war meine Arbeits- und Lebensgrundlage zerstört. Deswegen habe ich Syrien verlassen.

Warum Deutschland?
Ich wußte, dass ich nur in Europa eine berufliche Perspektive haben würde. Mein Ziel war eigentlich Norwegen. Ein Visum zu beantragen, versprach keinen Erfolg, also ging es über die Türkei und Griechenland nach Deutschland. Weiter kam ich nicht, da ich hier registriert wurde. Außerdem wurde der Familiennachzug einfacher gehandhabt und mir schien es leichter Deutsch zu lernen als Norwegisch. Also bin ich geblieben.

Welche Eindrücke hast du von Deutschland?
Mir gefällt, dass die Deutschen ordentlich, sauber, pünktlich und aufrichtig sind. In Cottbus habe ich viele freundliche und hilfsbereite Leute kennengelernt. Ich lernte auch die Schattenseiten, nämlich rassistische Denkweisen kennen.
Ich finde diese Menschen sollten mehr an sich arbeiten und nicht ihre Probleme auf andere wie die Regierung oder Flüchtlinge abwälzen.